Müll sammeln, trennen und vermeiden: Der Umweltprojekttag der Sonnentauschule am Dienstag sollte bei den Schülern auf spielerische Weise, das Bewusstsein für den Umgang mit Abfall stärken. „Umweltschutz ist ein zentrales Thema, und je früher es den Kindern nähergebracht wird, desto stärker wird es im Erwachsenenalter in ihnen verankert sein“, glaubt Mischa Sendelbach, Leiter der Grundschule am Rembrücker Weg.
Der Umweltprojekttag wurde eigentlich um eine Puppentheater-Aufführung der Seniorenhilfe Obertshausen (SHO) herum geplant. Jeanette Kettler, die UBUS-Kraft (Unterrichtsbegleitende Unterstützung durch sozialpädagogische Fachkräfte) der Sonnentauschule, ist für Kooperationen innerhalb von Obertshausen zuständig und kam mit den Senioren ins Gespräch. Als die SHO-Leute von ihrem Theaterstück erzählten, das die Verschmutzung der Meere thematisiert, reifte bei Kettler die Idee für einen ganzen Umweltprojekttag zum Thema Müll.
Da das Puppentheater eine Zielgruppe zwischen sechs und acht Jahren anspricht, nahmen nur die sechs Flexklassen, also die jahrgangsübergreifenden Klassen eins und zwei, am Umwelttag teil. Doch mit dem Puppentheater wurde es nichts: Hitzebedingt musste die Seniorenhilfe ihre Aufführungen absagen. „Da auch ältere Personen beteiligt sind, war der Auf- und Abbau eine Sorge“, sagt Sendelbach. Einen Nachholtermin soll es im September oder Oktober geben. Doch trotz des Ausfalls wurde das restliche Programm beibehalten, da der Unterricht der ganzen Woche darauf aufbaut. Der Umweltprojekttag war der Auftakt.
Statt des Theaterstücks schauten sich die einzelnen Klassen einen altersgemäßen Film zum Thema Müll an. Zuvor fand ein Austausch statt, in dem reflektiert wurde, was beim Müllsammeln alles so aufgelesen wurde: am allermeisten Zigarettenstummel, aber auch eine Socke. Das Aufsammeln von Abfall fand im Rahmen der Aktion „Sauberhafter Schulweg“ statt. „Dieses Jahr wollten wir das mit unserem Umwelttag verknüpfen“, sagt Sendelbach.
Zum Umweltschutz gehören viele Aspekte. Einer ist der Müll in der unmittelbaren Umgebung. Und der wurde von den Klassen mit Säcken, Abfallgreifern und Handschuhen rund um die Sonnentauschule gesammelt – vom Spielplatz im Beethovenpark bis hin zur Kirche St. Thomas Morus. „Die Kinder sammeln total gerne Müll und sind danach ganz stolz“, so Sendelbach. Diese Begeisterung der Kinder sei auch unabhängig vom Projekttag zu spüren: „Sie bieten dem Hausmeister sogar ihre Hilfe zum Müllsammeln an.“
Neben der Praxis ist aber auch die Theorie wichtig. Also lernte am Projekttag eine der Klassen, die den Tiernamen „Enten“ trägt, das richtige Mülltrennen. Dafür mussten sie zunächst die verschiedenen Mülltonnen in der richtigen Farbe (Gelb steht für Plastik) anmalen, dann aus einem Arbeitsblatt die Müllsymbole ausschneiden und den Tonnen zuordnen. War alles richtig, durften die Symbolbilder auf die Tonnen geklebt werden.
Die Obertshausener Müllsammelinitiative „#einfachBÜCKEN“ hatte der Sonnentauschule für den Projekttag Material, etwa Spiele und Bücher bereitgestellt, in denen die Themen Müll und Abfall spielerisch erklärt werden. Neben dem Einsatz von Bilderbüchern, lehrreichen Videos und Ausmal- und Bastelaufgaben konnten die Kinder auch in einem freien Schreibauftrag ihre eigenen Ideen für eine bessere Umwelt festhalten. Dazu gehörten Botschaften wie „Mehr mit dem Fahrrad fahren als mit dem Auto fahren“ und „Nicht so viel Fleisch essen“.VANESSA ULRICH (aus Offenbach-Post vom Donnerstag, den 25.06.2026)





